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Kronen Zeitung, 21.03.2010
Start der Passion 2010 in der Linzer Landhauskirche mit O. di Lassos Motettenzyklus "Die Bußtränen des heiligen Petrus" für sieben Stimmen a capella - eine gleichsam unwirklich durch den Kirchenraum schwebende Sakralbefindlichkeit luzidester Transparenz. Und Domenico Scarlattis "Stabat Mater" mit griffig diesseitiger Klanglichkeit, tränzerischen Rhythmen und bravouröser Koloraturkunst. Johannes Hiemetsberger und seine "Company of Music" leisteten ganze Arbeit. (Balduin Sulzer)



Neues Volksblatt, 20.03.2010
Elite-Vokalensemble bescherte Hochgenuss

Die "Musica sacra"-Konzerte in Linzer Kirchen haben wieder eingesetzt und am Donnerstagabend gleich einen Hochgenuss mit Alter Musik beschert. Johannes Hiemetsberger (39), der sich mit seinem Chorus sine nomine längst einen Namen gemacht hat, gastierte diesmal mit dem zehnköpfigen Vokalensemble Company of Music, das mit außergewöhnlichen Fähigkeiten aufwartete, in der Minoritenkirche. Die für instrumentale Stimmführung ausgebildeten Sänger bringen ihre Musikalität, Konzentration, perfekte Atemtechnik und Disziplin ganz selbstverständlich zum Einsatz. Ihr Markenzeichen ist das in perfekter Klangkultur und souveräner Verschmelzung beherrschte Wechselspiel von Soli und Tutti, das ihre solistische Stärke wir ihr Ensemblewirken auf die Probe stellt. Von dieser speziellen Musizierart profitierten die aufgeführten Werke: "Die Bußtränen des Heiligen Petrus" des holländischen Renaissancemeisters Orlando di Lasso für sieben Solostimmen a cappella, und Domenico Scarlattis zehnstimmiges "Stabat Mater dolorosa" mit basso continuo an der Orgel, die der Ukrainer Dmitry Bondarenko bediente. Leider standen die Stücke in umgekehrter Reihenfolge auf dem Programm, was für Verwirrung sorgte, dem begeisterten Applaus aber keinen Abbruch tat. (Georgina Szeless)



Oberösterreichische Nachrichten, 20.03.2010
Tränen eines Genies

Passion 2010: Konzert der company of music in der Minoritenkirche, 18. März
Nur wenige Tage vor seinem Tod vollendete Orlando di Lasso sein letztes Vokalwerk, die „Die Bußtränen des Heiligen Petrus“. Gewidmet Papst Clemens VII., war es nicht bloß Passions-Historie des Leugnens Christi durch seinen Lieblingsjünger Petrus, sondern vielmehr der Verzweiflungsschrei eines Lebensüberdrüssigen, der sein Fehlverhalten nicht länger auszuhalten im Stande ist.

Die emotionale Ebene, die den an sein Lebensende Gekommenen ebenso packen musste, wurde vor allem durch die eindringliche Interpretation der company of music unter Johannes Hiemetsberger für den Zuhörer unmittelbar fassbar und fühlbar. Ganz anders das „Stabat mater“ Domenico Scarlattis. 10 Stimmen und Basso continuo, wobei Scarlatti geschickt mit der Polyphonie eines bloß scheinbar riesigen Apparates umgeht.

Auch hier begeisterte die technische Perfektion der company of music, die dieses Werk in der originalen Gestalt für Solostimmen und nicht chorisch musizierte und gerade die dramatischen Momente des Leidens Mariens unter dem Kreuz ihres Sohnes besonders eindringlich und spannungsgeladen interpretierte. Nicht immer positiv die sehr unterschiedlichen Klangfarben der einzelnen Solistinnen, die zwar die Durchhörbarkeit der eng verwobenen Stimmen erleichterten, jedoch einen runden Gesamtklang ein wenig verhinderten. Dazu könnte man auch die Textdeutlichkeit ein wenig erhöhen. Trotzdem ein beeindruckendes Erlebnis mit selten zu hörenden Meisterwerken. (Michael Wruss)



Oberösterreichische Nachrichten, 19.10.2009
Höchste Vokalkunst

Konzert: „company of music“ unter Johannes Hiemetzberger. Wels, evangelische Kirche (16. Oktober)
Im Rahmen der Welser Abonnementkonzerte war nun schon zum zweiten Mal das Wiener Vokalensemble „company of music“ zu Gast. Diesmal mit einer Auswahl fast ausschließlich zeitgenössischer Chormusik und Stücken, die einerseits richtungsweisend waren und andererseits zum Schwierigsten gehören, was die Literatur zu bieten hat.
Chormusik ist gar nicht der richtige Ausdruck für dieses Ensemble, das aus hervorragenden Solisten besteht, die auch genügend Möglichkeiten hatten, ihre individuellen stimmlichen Fähigkeiten herauszustreichen. 16 Solisten sind aber auch nicht immer leicht unter einen Hut zu bekommen, vor allem dann, wenn absolute Homogenität im Klang erforderlich ist und nicht einzelne Stimmen herauszuhören sein sollten.
Das war diesmal nicht ganz gelungen. Wo hingegen jeder Einzelne seine Aufgabe hatte, geriet der Abend zum Ereignis, so bei Friedrich Cerhas sechzehnstimmigem „Verzeichnis“, in dem Protokolle der Hexenverbrennungen in extremer Art und Weise in Musik gefasst werden. Geschickt hat Johannes Hiemetsberger das Programm gestaltet und die schrecklichen Töne von kontemplativ beruhigenderen abgelöst. So folgte auf Cerha György Ligetis „Lux aeterna“, eine der ersten langflächenkompositionen.

Höchst inspirierend
Begeisternd auch die „Tres Sacrae Cantiones“ von Gesualdo da Venosa in der Bearbeitung Igor Strawinskis und eine Jahreszeitenmischung mit Werken von Bo Holten („Spring“ und „First Snow“), Magnus Lindberg und die hoch virtuosen „Five Ariel songs“ aus Frank Martins Oper „The Tempest“.
Mit Purcells „Music For A While“ als Draufgabe kam man zum Beginn des Abends – Purcells „Hear My Prayer“ – zurück. Viel Applaus für einen höchst inspirierenden Abend. (Michael Wruss)



Oberösterreichische Nachrichten, 27.10.2008
Frauenschicksale vereint

Frauenschicksale standen auf dem Spielplan der Welser Abonnementkonzerte, die gemeinsam mit dem Theaterabonnement Henry Purcells „Dido and Aeneas“ in einer interessanten Produktion präsentierten.

Aber es blieb nicht bei der Oper allein, denn Johannes Hiemetsberger kombinierte Purcells um 1690 uraufgeführte, einzige durchkomponierte Musiktragödie mit einem 40 Jahre früher entstandenen Oratorium, das sich in England großer Beliebtheit erfreut: Giacomo Carissimis „Historia di Jephte“.

Eine kluge Erweiterung der nicht abendfüllenden Oper, weil das biblische Drama ebenfalls das Schicksal einer Frau zum Thema hat. Jephte verspricht, wenn er siegreich nach Hause kommt, den ersten Menschen Gott zu opfern – es ist seine Tochter. Erstaunlich, wie ergreifend Carissimi sowohl die Qualen des Vaters als auch die demutsvolle Haltung der Tochter in Klänge umzusetzen verstand. Um nichts weniger genial Purcells Liebestragödie, wo auch – hier allerdings die griechischen – Götter Glück zerstören. Aeneas muss von Karthago abreisen, um seine von den Göttern bestimmte Mission, die Gründung Roms, zu vollenden. Dido bleibt zurück und begeht Selbstmord.

Aber nicht nur die Kombination dieser beiden Werke, die Regisseurin Agnes Kitzler auf eindrucksvolle Weise auf die Bühne gebracht hat, war etwas Besonderes, sondern auch die musikalische Interpretation.

Johannes Hiemetsberger hat keine großen Opernsänger engagiert, sondern alle Partien mit Sängern seines Vokalensembles „Company of Music“ besetzt und dürfte damit durchaus klanglich an die ursprünglichen Intentionen herangekommen sein. Denn auch damals war der Unterschied zwischen Solisten und Choristen, speziell in kleineren Besetzungen, nicht wirklich bedeutsam.

So war Heidemarie Gruber eine beachtliche Dido, Clemens Kölbl ein ordentlicher Aeneas, Susanne Großsteiner und Cornelia Traxler köstlich quäkende Hexen. Florian Ehrlinger fand den richtigen Ton für Carissimis „Jephte“, Martina Daxböck war ideal besetzt als Tochter. Das restliche Ensemble wechselte die Rollen, wie es in England analog zu den Shakespeare-Aufführungen allemal gewesen sein mag. Das Ensemble Prisma Wien steuerte akkurat barocke Originalklänge bei.



Der Standard, 09.09.2008
Solistische Stimmen, kollektiver Klang
Company of Music: Neue Wege in der Chormusik

Wien - Vokalmusik kennt man hierzulande aus der Oper und von gelegentlichen Liederabenden. Und dann gibt es da auch noch den Chor, diese verschwommene Menschen- und Klangmasse, die bisweilen hinter dem Orchester auftaucht und dieses lautstärkemäßig zu übertreffen sucht.

Dass es auch anders geht, will Johannes Hiemetsberger mit seiner Company of Music beweisen. Ein professionelles Solistenensemble, das auf kein bestimmtes Repertoire spezialisiert ist, sondern Barockmusik ebenso interpretiert wie Werke des 19. und 20. Jahrhunderts: So etwas gab es in Österreich bisher noch nicht - selbst der _Schoenberg Chor arbeitet auf semiprofessioneller Basis. Hiemetsbergers Modell stammt denn auch aus der Instrumentalmusik: Eine vokales Kammerorchester wollte der Ensemblegründer schaffen, das solistisches Musizieren mit klanglicher Homogenität verbindet

Individuum und Kollektiv

Das Zusammenspiel von Individuum und Kollektiv prägte auch das Konzert in St. Ursula, wo die Company am Sonntag ihre erste CD vorstellte. Trotz stilistischer Vielfalt bildete das Programm ein inhaltliches Ganzes, dessen erste Hälfte von Friedrich Cerhas bedrückendem und technisch äußerst anspruchsvollem Verzeichnis beherrscht wurde, einer vertonten Aufzählung von Personen, die wegen Hexerei hingerichtet wurden. Im zweiten Teil führten Messiaens O sacrum convivium und Mahlers Die zwei blauen Augen vom Tod zum Erwachen.

Die konzentrierte Darbietung der 16 Mitwirkenden ließ erahnen, was professionell ausgebildete Stimmen, zu einer Einheit zusammengefügt, leisten können: nämlich bekannten Werken zu neuer Transparenz verhelfen und in zeitgenössischer Chormusik, wegen ihrer Schwierigkeit kaum aufgeführt, unerhörte Klangschönheiten enthüllen. Bei den Zuhörern stieß dies auf Begeisterung. Die CD mit dem Titel Music for a While ist über die Internetadresse www.companyofmusic.at zu beziehen. (Lena Dražic)



Oberösterreichische Nachrichten, 14.08.2008
Freistadt: Begeisterndes Konzert der Company of Music
Akustische Wanderung

„Suprisinging“, so das Motto des Konzerts der Company of Music, das am Dienstag im Salzhof Freistadt seinen Ausgang genommen hat und auf eine akustische Reise beim Stimmen Festival Freistadt führte.
Johannes Hiemetsberger ist Garant für ausgefallene Programme, für Zusammenstellungen, die nicht bloß wegen der Schönheit der Musik und der Schwierigkeiten der Chorsätze, sondern vor allem wegen ihrer fast philosophischen Tiefe und der minutiös ausgetüftelten Dramaturgie beeindrucken. Der erste Teil des „Überraschungskonzerts“ – das Programm wird erst während des Abends bekannt gegeben – stand im Zeichen des Wachsens und Werdens der Natur mit Chorsätzen durch die Jahrhunderte. Nach der Pause hieß es „Follow me“ nach Noten Michael Easts, und los ging der Marsch zur Stadtpfarrkirche, wo es mit einem Raumklangspiel weiterging. Restlose Begeisterung! (wruss)



Kronen Zeitung, 14.08.2008
"Company of Music" beim Freistädter Festival:
Maßstäbe von Gesangskultur

Die "Company of Music", gegründet und geleitet von Johannes Hiemetsberger, bildete einen weiteren Höhepunkt beim "stimmen.festival.freistadt". Das 16-stimmige Vokalensemble begann das Konzert im Salzhof mit Sphärenklängen, zum Höhepunkt gerieten die "5 Blumenlegenden" von Britten. Hier wurden alle vokalen Ausdrucksmöglichkeiten ausgeschöpft und von den ausgereiften Stimmen verwirklicht.
Nach der Pause setzte sich der Zug der Stimmen (samt Zuhörer) in Richtung Stadtpfarrkirche in Bewegung. Die schlimme Zeit der Hexenverfolgung in der dramatischen Kompositionstechnik von Purcell forderte der Sängerschar alle nur möglichen gesanglichen und rhythmischen Fähigkeiten ab. Eine unglaubliche Herausforderung! Die "Company of Music" offenbarte neue Maßstäbe von Gesangskultur - auch in der Aufführungspraxis. Enthusiastischer Beifall! (FD)



RADSTADT / HOFHAIMER-TAGE / ABSCHLUSS
Vokal-Hexereien bis zum Scheiterhaufen

Was genau ist ein "vokales Orchester"? Johannes Hiemetsbergers "Company of Music" zeigte am Sonntag (1.6.) im Schloss Höch, am letzten Tag der Hofhaimer-Tage, was man mit Stimmen alles machen kann.

02/06/08 "Verzeichnis" heißt das Stück für sechzehn Stimmen ganz harmlos. Es ist tatsächlich kein literarischer Text, den Friedrich Cerha vertont hat, sondern eine Auflistung. Um Hexenverbrennungen im Barock geht es, und Cerha hat eben Namen und manche Apercus der Zeitgenossen über jene, die auf dem Scheiterhaufen (oder auch auf dem Schafott) endeten, in neun gänsehauterweckende Minuten Musik gebannt - ein Stück, das mit kühnen Dissonanzen ebenso operiert wie mit Anspielungen auf die Madrigalkunst alter Tage.

Ein Bravourstück so recht nach Art der "Company of Music". Johannes Hiemetsberger ist der Leiter dieses bravourösen Ensembles. Es ist sozusagen der vokale Stoßtrupp des "Chorus sine nomine": sechzehn usgebildete Sängerinnen und Sänger, die sowohl die Tugenden der Ensemblekunst als auch jene des solistischen Draufgängertums verinnerlicht haben und entsprechend variabel einzusetzen sind. Wer, wenn nicht eine solche Mischform aus Solo- und Tutti-Ensemble, könnte sich über ein unorthodoxes Stück wie Benjamin Brittens "Five Flower Songs" trauen? Die strenge Chorkomposition "O sacrum concivium" von Olivier Messiaen erfordert homogenen Klang-Sinn, wogegen ein Stück wie Luciano Berios Schnulzen-Verschnitt "E si fussi pisci luna" vom je eigenen Timbre der Solisten lebt. Allemal ein Gustostück ist die Chor-Variante des Mahler-Lieds "Die zwei blauen Augen". In solistischer Besetzung (vier Chöre à vier Sänger) erfüllt gerade dieser Satz alle Voraussetzungen für Hiemetsbergers "vokales Orchester". Der 36jährige Musiker, ao. Professor für Chor- und Ensembleleitung an der Wiener Musikhochschule, ist derzeit wohl der bei weitem innovativste Chorleiter im Land. (Reinhard Kriechbaum)


Neues Volksblatt, 16.02.2008
„Ich konnte als Kind früher Noten als Buchstaben lesen“

Kulturmedaille bei ORF-Festabend für Eferdinger Komponisten und Volksblatt-Kritiker Fridolin Dallinger, der heute 75. Geburtstag feiert

„Unser Valentin heißt Fridolin“, meinte Moderatorin Alice Ertlbauer zu Beginn der vom Land OÖ und dem Österreichischen Komponistenbund ausgerichteten Feier zum 75. Geburtstag von Fridolin Dallinger. Die fand just am Valentinstag im ORF Linz statt und hätte eigentlich „wegen Überfüllung geschlossen“ werden müssen. Denn für die geschätzten 150 Anhänger, Freunde, Wegbegleiter des Eferdinger Komponisten wurden die Sitzplätze im großen Saal des Landesstudios viel zu knapp, sodass die langen zweidreiviertel (!) Stunden selbst für ORF-Landesdirektor Helmut Obermayr zur „Steherpartie“ ausarteten.

Die Kollegen erwiesen ihre Referenz
Unter den Gästen auch LH Josef Pühringer, LH. a. D. Josef Ratzenböck, Landtagspräsidentin Angela Orthner, Landeskulturdirektor Reinhard Mattes und Stellvertreter Paul Stepanek, Brucknerhaus-Direktor Wolfgang Winkler, Bruckner-Uni-Rektorin Marianne Betz und, aus Dallingers Heimatstadt, Fürst Georg Starhemberg.

Daneben erwies auch noch die in fast in Mannschaftsstärke angetretene oö. Komponisten-Prominenz ihrem Kollegen die Referenz: von den Doyens Heinrich Gattermeyer, der heuer 85, und Alfred Peschek, der nächstes Jahr 80 wird, über Balduin Sulzer (75), bis zu den „Jungen“ Gunter Waldek (54), Erland Freudenthaler (44) und Helmut Schmidinger (38). Sulzer und Freudenthaler steuerten zum bunten musikalischen Blumenstrauß, den ein Teil der Genannten Dallinger am Valentinstag reichte, zwei Uraufführungen bei, überaus ansprechend zum Bouquet gebunden vom Chor Company of Music unter Johannes Hiemetsberger und dem Welser Trio Cartellieri.

Vom Jubilar selbst stammend wurde das „Albumblatt für Violine und Klavier“ aus der Taufe gehoben

Offizieller Höhepunkt dieses „Treffpunkts Neuer Musik“ war die Überreichung der Kulturmedaille des Landes OÖ durch LH Josef Pühringer an das Geburtstagskind. „Dallingers musikalisches Schaffen umfasst nahezu alle Bereiche der Tonkunst“, hob Pühringer in seiner Laudatio hervor - und eine Spanne von mittlerweile 63 Jahren.

Denn nach eigener Aussage begann der Sohn eines Musikschuldirektors, der „früher Noten als Buchstaben lesen konnte“, schon mit 12 zu komponieren. Bis hin zu einem Ausflug ins Musical („Die goldenen 20er“, 1989 am Linzer Landestheater uraufgeführt) ist der Meister unterschiedlichster Stile in fast jedem Genre der E-Musik zuhause. Sein sinfonisches Schaffen fand leider 2004 mit der 4. Symphonie seinen Abschluss, wie er bekräftigte, „aber Kleinigkeiten wie eine Messe, nach einem Text von Gertrud Fussenegger,“ will er weiterhin schreiben. Modetrends hat er sich nie angeschlossen, trotzdem ist vieles an Dallingers Werk modern, aber moderat - ein Diktum, das auch für seine Zweitberufung als Maler gilt.

Nicht verschwiegen werden soll hier, anders als im ORF, dass Fridolin Dallinger seit Jahrzehnten als Musikkritiker im VOLKSBLATT auch enorme schreiberische Kompetenz an den Tag legt. (Andreas Hutter)



Oberösterreichische Nachrichten, 16.02.2008
Eine Symphonie geht aufs Kreuz

Am Valentinstag lud der ORF Oberösterreich in der Reihe „Treffpunkt Neue Musik“ zur Feier des 75. Geburtstages (16. Februar) des Eferdinger Komponisten Fridolin Dallinger, dem Landeshauptmann Josef Pühringer die Kulturmedaille des Landes übergab.

Im OÖN-Gespräch sagte der Jubilar, die vierte Symphonie bedeute sein Ende großer Werke, aber nicht aus Faulheit: Das Schreiben großer Partituren dauert etwa ein Jahr, und „das geht aufs Kreuz“. Für Werke kleinerer Besetzung kennt seine Feder keine Ruhe, so jetzt zu einer „Messe für Chor und Orgel“.

Dallinger, der auch malt, stammt aus einer Lehrerfamilie, blieb auf sicherem pädagogischen Boden (zuletzt an der Pädagogischen Akademie der Diözese) und hat als Dirigent trotz Ausbildung erst „gar nicht angefangen“.

Der ORF stellte sich mit einem musikalischen „Blumenstrauß“ ein. Vom Jubilar selbst waren charakteristische Kostproben (Lieder, Klaviertrio, Sonaten) zu hören, aufgeführt vom „Trio Cartellieri“ und dem Spitzenchor „Company of Music“ unter Johannes Hiemetsberger. Letzterem war auch ein Gutteil des übrigen Programms, darunter Uraufführungen, übertragen: Heinrich Gattermeyer, Gunter Waldek, Balduin Sulzer, Siegfried Steinkogler, Erland M. Freudenthaler und Helmut Schmidinger repräsentieren charakteristische Facetten gegenwärtigen kreativen Schaffens. Und Georgina Szeless stellte die erste Biographie Dallingers vor. (zam)



Oberösterreichische Nachrichten, 02.02.2007
Vielfältiger Chorgesang

Der Oberösterreicher Johannes Hiemetsberger (36) ist Garant für qualitativ hochwertigen Chorgesang und abwechslungsreiche Programme, weit abseits üblicher Zusammenstellungen.
Was in kurzer Zeit mit einem jungen Klangkörper zu erreichen ist, zeigte die "Company of Music", bestehend aus je vier Mitgliedern für jede Stimmlage.
Kostproben des Könnens waren am Mittwoch im Festsaal des Linzer Akademischen Gymnasiums zu hören. Damit überraschte und überzeugte das Ensemble in vielfältigen Gruppierungen einschließlich solistischer Aufgaben.
Das Barock-Oratorium "Jephte" von Giacomo Carissimi (1605-74) vermittelte deutlich das biblische Geschehen mit klaren Linien und einfühlsam unterstützt vor allem von Hubert Hoffmann (Laute). Was A-cappella-Chorwerke alles leisten können - an Ausdruck, melodischem und rhythmischem Raffinement, an Ernst und Humor -, begeisterte uneingeschränkt. (zam)



Die Presse, 28.06.2006
ORGELFEST ZWETTL - Eröffnungskonzert

[...] Hauptwerk des Abends aber war die "Missa Sancti Henrici" des Salzburger Barockmeisters Heinrich Ignaz Franz Biber, dessen Kyrie manche als Vorbild für Mozarts Gesang der Geharnischten aus der "Zauberflöte" sehen wollen. Hier brillierte das von Johannes Hiemetsberger perfekt geformte Vokalensemble "Company of Music" mit seinen engelgleichen Sopranstimmen; ideal assistiert von Ruben Dubrovskys "Bach Consort Wien" und seinen barocken Streichern, Posaunen sowie fünf glanzvollen Trompeten. (Gerhard Kramer)



Welser Rundschau, 17.06.2006
Konzert / Toller Auftritt der Company of Music im Stadttheater
Ein moderner Chor: sinnlich und exzessiv

Wels / Die "Company of Music" unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger im Welser Stadttheater zu erleben, heißt nicht nur einem 16-köpfigen Vokalensemble zu begegnen, welches im Verbreiten von glücksbringenden Klangflüssen hemmungslos und hochgradig wirksam ist. Sondern auch einen Naturblick zu erhaschen, der sich außerhalb des normalen Genuss- und Blickwinkels bewegt und mit zeitlosen Musiken aller Ausdrucksarten unverblümt, sinnlich wie exzessiv trifft.
Zu dieser Wiener Vokalkompagnie ist unbedingt noch anzumerken, dass mit Bernd Hemedinger, Alexander Koller und Christoph Wigelbeyer beinahe ein Viertel des Ensembles aus Wels stammt. Allesamt entspringen Wolfram Stelzers Singschule, womit wieder einmal Stelzers nachhaltige Wirksamkeit hörbar wurde.

Folge der Singschule von Wolfram Stelzer
Das Prorgamm der Company of Music versammelte geografisch wie zeitlich unterschiedlich liegende Naturmusiken - Musiken, die die Natur beobachten, bewundern oder über sie reflektieren. Ob Mendelssohns "Abschied vom Walde" bis hin zum Schlaflied "Duerme Negrito" von Emilio Sole oder dem "Wiigen-Lied" von Per Norgard ...
Durch Mark und Bein fuhren Iannis Xenakis' "Nuits", die einen in ihrer exzessiven Wortlosigkeit an die Gurgel fahren. Die Wunder sind nicht nur den Klangschöpfern zuzuschreiben, sondern auch den wunderbaren Verwirklichern, die in Johannes Hiemetsberger einen herzblütigen wie fokussierten Meister haben. Heftige Zustimmung, und dies obwohl das Stadttheater, der denkbar ungeeignetste Chorsing- wie Chorhörplatz ist. (Norbert Trawöger)



Kronen Zeitung, 12.05.2006
Kritik in Kürze

Die Company of Music unter Johannes Hiemetsberger in Wels zu erleben, heißt nicht nur, einem 16-köpfigen Vokalensemble zu begegnen, welches im Verbreiten von glücksbringenden Klangflüssen hemmungslos wirksam ist. Sondern auch einen Naturblick zu erhaschen, der mit zeitloser Musik unverblümt, sinnlich wie exzessiv trifft. (NT)